Ganz schön ausgefuchst

Stadtleben | Plädoyer: Julia Kospach | aus FALTER 34/12 vom 22.08.2012

Kitsch-Fuchsien hat jeder. Nicht aber die elegante Scharlachfuchsie

Der Gärtner, ein junger, genüsslich an seiner Zigarette ziehender und äußerst kenntnisreicher Mann, wiegte amüsiert seinen Kopf und ließ wissen, er habe nicht mehr damit gerechnet, dass er eine der drei Pflanzen, die hier schon seit längerer Zeit im hinteren Teil eines seiner Gewächshäuser unbeachtet herumgestanden waren, noch jemals würde anbringen können.

Auch ihm persönlich gefalle die fragliche Sorte nicht im Geringsten. Seiner Ansicht nach müsse eine Fuchsie so ausschauen, sagte er, und deutete auf ein rosa-weiß blühendes Monstrum, das beinahe überquoll vor dicken, wächsernen, fleischig aufgeplusterten, gefüllten Kelchblüten, die einen in ihrer kitschigen, künstlichen Putzigkeit förmlich anzuspringen schienen.

Andächtig blätterte der Gärtner in seiner Mappe mit den Preislisten. Er hatte vergessen, wie viel er ehemals für die ungeliebten drei Pflanzen der Fuchsiensorte Fuchsia magellanica Riccartonii


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