Menschen

Fix & Fozzi

Falters Zoo | Barbara Schellner, Christopher Wurmdobler | aus FALTER 34/12 vom 22.08.2012

Zumindest wenn man ihr auf Twitter folgt, ist Lady Gaga eine fürchterliche Person. Aber gehen wir einmal davon aus, dass nicht die Lady selbst ihre uninspirierten Zwitschernachrichten verfasst, sondern einer ihrer Hausangestellten. Den Namen für ihren Pudelmischling hat sich die US-Musikerin aber doch wohl selbst ausgedacht: Fozzi. Tatsächlich. Lady Gaga präsentierte das Hündchen, sich und ihre aktuelle Welt auch in Wien, bespaßte die Stadthalle, wo man im entsprechenden Outfit ganz nah rankam. Im Otto-Wagner-Café am Karlsplatz präsentierte die Rhinoplasty-Jugend dann ihre Version von Gaga. Weil: Es muss nämlich gar nicht immer alles von Modedesignern sein - ein paar Kabelbinder sind auch sehr okay, wenn man gerade so schön born this way ist.

Wer nicht bei Gaga war, war bei Frequency. Natürlich ist das ein bisschen schwarz-weiß gemalt, denn die meisten Menschen waren wohl baden, im Gastgarten oder überhaupt - weg. Sind ja Ferien. In der Tat hatten aber auffallend viele ältere Semester, Damen wie Herren, auffälliges Make-up aufgelegt, die Haare schön toupiert, um Robert Smith zu gefallen. Herr Schmitt, ebenfalls schon älteres Semester, trat beim Festival mit seiner Band The Cure auf, und alle waren am Entenfüttern. Chapeau! Bei der Hitze. Wesentlich kühler waren dann die Stars der Veranstaltung, The XX. Unterkühlt gaben die Dame und die Herren aus Hipsterstan ihr Set zum Besten, und alle mochten Romy Madley Croft und Oliver Sim. Alle mochten übrigens auch Entertainer Florian Scheuba. Nein, der besitzt noch keine Hipsterband, aber er hielt sich vor der Bühne im "Wavebreaker“-Bereich auf, war beliebtes Hipstamatic-Maskottchen der Festivalbesucher und schien es irgendwie selbst nicht fassen zu können - wieso? Insgesamt ein selten gemütliches Festival, auch ohne toupiertes Haar.

Es herrscht zwar noch Hochsommer, aber langsam beginnen die Leute auch schon an Weihnachten zu denken und wollen Gutes tun. Zum Beispiel Porzellan kaufen. Sie werden gleich den Zusammenhang verstehen. Seit diesem Montag kann man bei den weißen Wochen der Wiener Porzellanmanufaktur Augarten Zweite-Wahl-Produkte um 40 Prozent billiger als regulär erstehen. Und davon gehen zehn Prozent dann an die Caritas, die mit dem Geld wiederum das Obdachlosenprojekt Gruft unterstützt. Fritz Panzer, Augarten-Geschäftsführer, übergab bereits einen symbolischen Scheck, das verstehen wir irgendwie selbst nicht - wieso denn schon vor dem Start der Aktion? Allerdings wurde eine Sachspende für die Gruft in Form von Geschirr übergeben, was uns nun wieder ganz gut gefällt. Auf dem Foto sieht man nun Panzer, Ex-Raiffeisen-Boss und langjährigen Gruft-Förderer Christian Konrad und Alexander Bodmann, Caritas-General, mit Gruft-Sozialarbeiterin Susanne Peter. Und eine Menge Augarten-Teller. Die müssten jetzt nur noch gefüllt werden.

Dass der neue deutsche Bundespräsident Joachim Gauck in der Stadt war - übrigens ohne Hündchen - hat man gar nicht so mitbekommen. Dass der britische Filmschauspieler Michael Caine heuer Stargast bei der Viennale sein wird, haben wir so ganz nebenbei erfahren. Doch die Viennale beginnt erst in ein paar Wochen. Jetzt müssen wir hier noch ein bisschen das Sommerloch stopfen. Vielleicht nehmen wir dazu reine Pudelwolle. Gaga? Nein, Fozzi. Fix und Fozzi.

E-Mail an den Zoo: zoo@falter.at


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