Kabarett  Kritik

Tschechow als Vorläufer des absurden Theaters

Lexikon | aus FALTER 34/12 vom 22.08.2012

Der Gymnasiallehrer Kulygin, den Mascha vor der Ehe für den klügsten Mann der Welt hielt, plappert wieder nur dummes, selbstverliebtes Zeug. Diesmal aber starren ihn alle einfach nur an, und zwar eine gefühlte Ewigkeit lang - bis er verstummt. Eine wunderbare Szene in einer erstaunlich leichten und gelungenen Aufführung von Anton Tschechows altem Hadern "Drei Schwestern“ im Bockkeller. Erhard Pauer vom Armen Theater schließt damit (nach "Die Möwe“ und "Onkel Wanja“) seinen Tschechow-Triathlon ab, und nicht oft durfte man dieses Stück als Vorläufer des absurden Theaters erleben. Nach Moskau bringt das Olga, Mascha und Irina zwar auch nicht, aber wie sie hier - mit viel Ironie im Tornister - daran scheitern, ist tatsächlich sehenswert.

MARTIN LHOTZKY


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