Film  Neu im Kino

Unerwartete Vaterfreuden: "Starbuck“

Lexikon | aus FALTER 34/12 vom 22.08.2012

Mick Jagger hat sieben, Rod Stewart acht, Maria Theresia hatte 16 und Bob Marley angeblich bis zu 46 Kinder. Doch das ist nichts gegen David Wozniak, der 533 Kinder hat. Um seine Finanzen aufzubessern, war der Sohn eines Metzgers als junger Mann unter dem Synonym "Starbuck“ häufig in die Samenbank gegangen. Durch einen Fehler verwendete die Klinik ausschließlich sein Sperma.

Der Protagonist in Ken Scotts Komödie "Starbuck“ weiß allerdings nichts über seine Kinderschar im jungen Erwachsenenalter. Und das ist gut, hat er doch genug Probleme mit dem eigenen Erwachsensein: Ein Schuldenberg plagt ihn, er vernachlässigt Job und Freundin und wird von seiner Familie für einen Versager gehalten. Obwohl er ein liebenswerter Kerl ist, kriegt er es einfach nicht hin.

Da kommt eine Nachricht: Per Sammelklage wollen 142 seiner Sprösslinge die Preisgabe seiner Identität erzwingen. Zuerst will der geschockte David nichts mit diesen Fremden zu tun haben. Doch Neugierde treibt ihn dazu, einige von ihnen inkognito aufzusuchen. Bald gefällt er sich in der Rolle als Schutzengel und Geheimvater und beginnt, sich zum Besseren zu verändern.

Der kanadische "Starbuck“ erfüllt alle Kriterien einer kurzweiligen, harmlosen Feelgood-Komödie: eine liebe Geschichte, ein sympathischer Hauptdarsteller (Patrick Huard, der schön mit Blicken arbeitet), eine Reihe wichtiger Nebenfiguren (allen voran Davids Vater, sein Anwaltsfreund und die ausgesuchten Kinder). Beschwingter Humor, ab und an ein herzergreifender Moment, runde Dialoge. Ein wenig Klischee, ein wenig Kitsch, nicht tiefgehend, aber nicht unangenehm seicht. "Starbuck“ spielt nicht in der Kategorie von "Little Miss Sunshine“, aber unterhält. Feelgood gesucht? Feelgood gefunden.

SABINA ZEITHAMMER

Derzeit in den Kinos (OmU im Votiv)


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