Lautes Leben für leere Häuser

Lexikon | aus FALTER 34/12 vom 22.08.2012

Feiern in der sterbenden Stadt: Am 24. und 25 August wird in der industriellen Nostalgiezone Eisenerz das Rostfest gefeiert

Okay, alte Industriestädte mit Kunst zu beleben ist sicher keine ganz neue Idee, doch das rechtzeitig zur Tote-Hose-Zeit im August inszenierte Rostfest im Tote-Hose-Ort Eisenerz verspricht weit mehr: ein sehr spezielles Line-up in sehr spezieller Umgebung, samt Urban Camping in leeren Arbeiterhäusern und Heavy-Metal-Frühschoppen.

"Rost“, das steht für die aussterbende Stadt Eisenerz, deren Name seit Jahrhunderten Programm ist. Bereits die Kelten haben hier Erz abgebaut, im Mittelalter hieß der Ort schon Aerze - nach dem roten Rohstoff, der dann auch die Nazis lockte. Später wurde die Silhouette des Erzbergs zum Ikon für Wiederaufbau und Wirtschaftswunder. Anfang der 1950er lebten rund 13.000 Menschen in Eisenerz. Heute sind es nicht einmal 5000. Hunderte Wohnungen stehen leer, und "am Nachmittag werden“, so Franz Lammer vom Rostfest-Team, "die Gehsteige hochgeklappt“.


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