Die dreiste Rückkehr     der Bergbarbaren

Falter & Meinung | Kommentar: Sigrid Löffler | aus FALTER 35/12 vom 29.08.2012

Der Antiantiheimatroman ist ein literarisches Unding, er legt die Kritikfähigkeit der gesamten Branche lahm

Es lässt sich nicht übersehen: Den Geist zieht’s aufs Land. Und er schreibt auch darüber - Bücher, die uns mitteilen, dass die Autoren A) Vegetarier geworden oder B) aufs Land gezogen sind, wo sie jetzt Schafe züchten und den Garten pflegen.

Wenn der Publizist und Gärtner Jakob Augstein, der derzeit führende Besserwisser der deutschen Meinungsszene ("Was Merkel jetzt tun muss“), sich seine Kolumnen, in denen er die Berliner Republik zusammenstaucht, beim Unkrautzupfen im Hinterland ausdenkt; wenn die Publizistin Hilal Sezgin sich ihre Brandartikel gegen Islamophobie einfallen lässt, während sie in der Lüneburger Heide ihre Lämmchen mit der Flasche aufzieht - dann hat das mit neu entdeckter Heimatverbundenheit herzlich wenig zu tun. Es ist bloß der neue Luxushype einer Großstadtintelligenz, die um den jeweils noch avancierteren Lebensstil wetteifert.

Auch die Literatur


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