Staatsaffäre Bakary J.: Gebrochene Knochen. Folternde Polizisten. Richter, die Milde walten lassen: wie ein krankenhausreif geprügelter Afrikaner mehr als sechs Jahre um sein Recht kämpfte … … und was der Fall über die Republik Österreich aussagt


Nina Horaczek
Politik | aus FALTER 35/12 vom 29.08.2012

Es ist der bisher größte bekanntgewordene Folterfall in der Geschichte der österreichischen Polizei: Am 7. April 2006 fuhren drei Polizisten der Sondereinheit Wega mit dem Schubhäftling Bakary J. nach einem gescheiterten Abschiebungsversuch in eine verlassene Lagerhalle in der Wehlistraße im 2. Bezirk. Dort trafen sie auf einen vierten Polizisten. Die Beamten prügelten auf ihr Opfer ein, bedrohten es mit Waffen, verübten eine Scheinhinrichtung und fuhren J. mit dem Polizeiauto an. Der damals 33-jährige Gambier erlitt einen komplexen Bruch an Jochbein, Kiefer und Augenhöhle und Hämatome.

Handyfoto als Beweis

Als Bakary J.s österreichische Ehefrau Michaela, die von den Behörden nicht über den Abschiebeversuch informiert worden war, ihren Mann Tage nach dem Übergriff im Schubhaftgefängnis am Hernalser Gürtel schwer verletzt wiederfand, schoss sie sofort ein Handyfoto vom Gesicht ihres Mannes und informierte die Medien. Der Falter berichtete über die Vorwürfe und interviewte

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