Adieu, mein Seefahrer und Televisionär!

Medien | Grabrede: Doron Rabinovici | aus FALTER 35/12 vom 29.08.2012

Kuno Knöbl, ORF-Legende und Kämpfer gegen die Geschichtsverlogenheit, ist tot. Eine Erinnerung

Kuno Knöbl ist seiner Krankheit erlegen, aber unterkriegen ließ er sich von ihr nie. Im Gegenteil: Selbst als der Rücken gekrümmt war, behielt Kuno Haltung. Er mokierte sich über die eigenen Schwierigkeiten, um bloß kein Mitleid aufkommen zu lassen. Er machte nie viel Aufhebens um sich. Er bedachte sogar das allmähliche Erlahmen der Beine mit Spott.

Die Ironie war seit jeher seine beste Medizin, und die darf bekanntlich bitter schmecken, so sie nur gut wirkt. Das Schwülstige war nicht sein Fach. Er hatte keine Zeit, dem Überschwänglichen nachzuhängen, denn er war immer neuen Ideen auf der Spur. Säße Kuno jetzt hier, den Kopf schief, die Zigarette in der Hand, den Schalk in den Augen, würde er, sein leichtes Hüsteln zur Einleitung, sich allzu Pathetisches verbitten und auf das Wesentliche drängen. An drei Fingern zählte er immer ab, worum es gehen sollte: "Erstens, zweitens, drittens.“


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