Die Mädels haben’s gerichtet

Feuilleton | Reportage: Klaus Nüchtern | aus FALTER 35/12 vom 29.08.2012

Beim Jazzfestival Saalfelden fand der programmierte Höhepunkt nicht statt. War aber kein Beinbruch, denn auf vieles andere ist Verlass

Was den Kids das Frequency, das ist deren jazzaffinen Vätern Saalfelden. Der Reiz, sich in den Gatsch zu werfen und drei Tage lang von kalten Dosenravioli zu ernähren, hat in diesem Lebensabschnitt freilich schon stark nachgelassen - ebenso wie der Ehrgeiz, sich anlassgemäß hip zu kleiden.

Von den Paaren jenseits der 49, die sich hier ein bisschen fesch machen (langärmliges Hemd; Desigual-Kleidchen), darf man annehmen, dass sie VIP-Karten von Sponsoren haben. Der durchschnittliche Jazzaficionado trägt graue Haare, grauenhafte Monstersandalen und Dreiviertel-Cargo-Hosen; kommen Socken hinzu, ist er Fotograf; trägt er einen Bin-Laden-Bart, ist es Keyboarder Jamie Saft.

Auf Hipness-Accessoires wird, sieht man von gelegentlicher Behütung ab (Ellery Eskelins Stroh-Pork-Pie!), heute selbst unter Musikern immer öfter verzichtet. Der Bohemien-Gestus ist einer


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