Jetzt wird es eng

Feuilleton | Buchkritik: Klaus Nüchtern | aus FALTER 35/12 vom 29.08.2012

In ihrem Roman "Die Königin ist tot“ versetzt Olga Flor Lady Macbeth nach Chicago an die Seite eines Medienmoguls

Olga Flor macht es ihren Romanfiguren nicht unbedingt leicht. Sollte sie diesen eines Tages persönlich begegnen, müsste sie sich wohl einiges anhören. Andererseits sind die Protagonistinnen der in Graz aufgewachsenen und heute wieder dort lebenden Wienerin auf den ersten und oft auch auf den zweiten Blick keine besonders gewinnenden Personen. Eines kann man ihnen - ebenso wie der Autorin selbst - aber nicht vorwerfen: dass sie nicht wissen, was sie tun.

Flors Romane werden von "starken Frauen“ dominiert, die man etwas weniger schmeichelhaft auch als Control-Freaks bezeichnen könnte. Wobei es ihnen nicht nur darum geht, die Fäden zu ziehen, sondern auch darum, die Kontrolle über sich selbst zu behalten.

In "Talschluss“ (2005) kämpfen eine esoterisch angehauchte, aber nichtsdestotrotz äußerst resolute Lebensberaterin und eine Eventmanagerin um die Position des Alphamädchens.


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