Buch der Stunde

Der Kapitalismus ist ein Energydrink

Feuilleton | Klaus Nüchtern | aus FALTER 35/12 vom 29.08.2012

Vergangenes Jahr haben Markus Metz und Georg Seeßlen eine 780-Seiten-Schwarte mit dem schönen Titel "Blödmaschinen. Die Fabrikation der Stupidität“ herausgebracht. Nun haben sie 690 Seiten eingespart und mit "Kapitalismus als Spektakel“ eine schlanke Polemik geliefert, die auf lange Exkurse zur Spektakelgesellschaft verzichtet (Guy Debord kommt nicht vor) und stattdessen frisch vom Leder zieht - wie es sich für eine solche Intervention auch gehört.

Von der derzeit blühenden "feuilletonistischen Kapitalismuskritik“, der die Banker zu "gierig“ und der Finanzkapitalismus nicht "real“ genug ist, distanzieren sich die Autoren gleich in ihrem "Vorneweg“ mit einigem Ekel und klaren Worten. Für sie existiert die Postdemokratie "als Machtdreieck von Regierung, Wirtschaft und Massenmedien“, und der Kapitalismus, den sie meinen, ist weder System noch Glauben, sondern Spektakel. Ergo rechtfertigt er sich durch das Entertainment, das er abwirft.

Dankbarerweise geht die Polemik hier


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