Urbanes Betragen

Benimmfibel für Großstadtmenschen (79)

Stadtleben | aus FALTER 35/12 vom 29.08.2012

Hundebesitzer D. fragt, ob es übertrieben ist, nicht nur den Haufen des eigenen Hundes, sondern auch die liegengelassenen Trümmerln anderer wegzuräumen?

Ihre Frage ruft tiefe Verwunderung hervor: Lässt Sie Ihr Wunsch, fremde Hundstrümmerln zu entfernen, etwa an Ihrer geistigen Gesundheit zweifeln? Erweckt die Tatsache, dass Sie anderen Hundebesitzern die Haufen vor der Nase wegschnappen, in Ihnen ein schlechtes Gewissen, oder haben Sie etwa Angst vor der üblen Nachrede diverser Nachbarn, die meinen, Sie hätten den Verstand verloren? Was veranlasst Sie, um Absolution für Ihre Tat zu bitten? Nur zu: Räumen Sie so viele Haufen weg, wie es Ihnen beliebt! Es sind mehr als genug für alle da! Nicht nur Ihre Mitmenschen, auch die Hunde werden Ihnen für diese noble Geste dankbar sein. Schließlich steigt niemand gerne in zum Himmel stinkenden Hundekot.

Noch Fragen? stadtleben@falter.at


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