Gieß doch!

Stadtleben | Gartenschau: Birgit Wittstock | aus FALTER 35/12 vom 29.08.2012

Die wilden Beete der Großstadt-Guerilleros werden von biedermeierlichen Gemeinschaftsgärten abgelöst

Im Dunklen warfen sie ihre Bomben ab; manche schlossen sich zu sogenannten Troops zusammen, andere blieben Einzelkämpfer. Sie zogen nachts durch die Straßen und vergruben an stillen Ecken handgewutzelte seed balls. Danach hieß es abwarten, auf den nächsten Regen, die nächsten wärmenden Sonnenstrahlen. Dann würden die Bomben platzen und als bunte Blumenbüschel gerodete Gstetten, zugekackte Straßenränder und englische Rasenflächen behübschen.

So war das damals im Guerillakrieg, Mitte der Nullerjahre, als der Brite Richard Reynolds mit seinem Buch "Guerilla Gardening“ einen Boom eigenmächtiger Innenstadtbepflanzung auslöste: Es sollte so etwas wie eine Neuinterpretation des traditionellen Gärtnerns sein. Aber anders als den klassischen Rosenzüchtern und Beetverlegern ging es diesen neuen Gärtnern darum, mit ihren illegalen Pflanzaktionen den öffentlichen Raum zu verschönern


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