Modische Stolperfalle

Stadtleben | Stilkritik: Davinia Stimson | aus FALTER 35/12 vom 29.08.2012

Endlich: Der Maxirock ist wieder da - im Stadtbild und als Wirtschaftsbarometer

Wenn die Tage länger werden, werden die Röcke kürzer. Sagt man. Das Rocklängenmeter hat heuer versagt und gilt fortan als ebenso unzuverlässig wie Landwirt-IQ-Tests zur Kartoffelerntenvorhersage. Man trägt diesen Sommer knöchellang: weniger Bein, mehr Freiheit.

Beinfetischisten mögen das schade finden, aufkommender Unmut ist aber nicht ungewöhnlich. Rocklänge polarisiert schon seit Jahrzehnten. Anfangs war noch alles sittlich und ging mindestens übers Knie. Keusche Knielänge galt bis zum Ende der 1950er-Jahre.

Die britische Modedesignerin Mary Quant setzte Anfang der 1960er noch eins drauf - Pardon: trennte ab. Quant erschuf den Minirock. Mindestens zehn skandalöse Zentimeter über dem weiblichen Knie endete das sündige Stück und avancierte schnell zum Weltstar.

1962 war der Mini erstmals auf dem Cover der Vogue, bis zum Ende des Jahrzehnts Zeichen einer sexuellen Revolution. 1969 schrumpfte er sogar


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