Ich entlobe

Politik | Rapport: Benedikt Narodoslawsky | aus FALTER 36/12 vom 05.09.2012

Die Allgemeine Wehrpflicht hat tausende junge Männer traumatisiert. Ich war einer von ihnen. Eine Abrechnung

Zu Hause auf meinem Regal, mittleres Fach, liegt eine Achterpackung Klopapier, sie ist noch in Plastik verpackt, acht Jahre alt; ich habe sie gestohlen. Es war im Frühsommer 2004 in der südoststeirischen Kaserne in Fehring, ich holte die Packung aus der Abstellkammer, stopfte sie in meine Bundesheertasche und spazierte an der Wache vorbei. Es war ein stiller Akt des Widerstands gegen ein autoritäres Regime: Ich war beseelt von dieser inneren Mission, dem Heer zu schaden. Ich stahl Toilettenpapier, um meine Würde zurückzuerobern.

Wenn die Regierung, wie angekündigt, das Volk im nächsten Jahr befragt, ob es ein Berufsheer möchte, könnte schon 2014 die Wehrpflicht fallen. Viel wurde in den vergangenen Tagen debattiert, Verteidigungsminister Norbert Darabos (SPÖ) hält ein Berufsheer für günstiger und besser. Die ÖVP hingegen fürchtet, mit der Wehrpflicht werde auch der


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