Der Teufel ist nicht so schlecht, wie allgemein behauptet wird

Politik | aus FALTER 36/12 vom 05.09.2012

In einer Zeit, in der nichts mehr sicher ist, bietet die Mafia Schutz und Sicherheit vor globaler Krise, Angst und Arbeitslosigkeit

Rezension: Wolfgang Zwander

Gaetano Marino urlaubte mit Tochter und Frau am Tyrrhenischen Meer zwischen Neapel und Rom, als ihn vor wenigen Tagen zwei Männer am Strand mit sieben Pistolenschüssen niederstreckten. Die Attentäter flüchteten in einem weißen Auto, Urlauber und Badegäste standen um den 40-jährigen Toten in der Blutlache herum.

Marino war ein wegen Drogenhandels vorbestrafter Mafioso, sein Bruder sitzt im Gefängnis, sein Vater war 2005 erschossen worden.

So schnell, wie das Meer Marinos letzte Fußabdrücke am Strand verwischt haben wird, so schnell wird seine Hinrichtung wieder aus den Schlagzeilen verschwunden sein. Die Mafiakriminalität ist in Italien kein öffentliches Thema. Die Öffentlichkeit ist der Platz der Clowns und Showgirls; auch Politik ist für die meisten Italiener nur eine billiges Schmierentheater.

Die Mafia hingegen bedeutet


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