Nachgesehen

Ein Wiener Schauplatz, an dem kleine oder große Politik stattfindet

Politik | aus FALTER 36/12 vom 05.09.2012

Die Müllverbrennungsanlage in Osaka wurde wie jene in der Spittelau vom Atomgegner Friedensreich Hundertwasser gestaltet. Eine Petition soll nun verhindern, dass darin Atommüll verbrannt wird foto: HU-NET Corporation, Osaka

Warum die Japaner nun die Wiener beschwören: Hundertwasser in Osaka

Benedikt Narodoslawsky

Sie sieht aus wie das Schwesterngebäude der Müllverbrennungsanlage Spittelau, aber nur wenige wissen von ihr, denn sie steht am anderen Ende der Welt: Die Anlage in Japans Metropole Osaka, die von Friedensreich Hundertwasser gestaltet wurde. Sie wird nun zum Politikum.

Shinobu Katsuragi, eine Deutschlehrerin am Goethe-Institut in Osaka, hat eine Petition gestartet. Sie will verhindern, dass die Stadt in Hundertwassers Werk radioaktiv verstrahlte Tsunami-Trümmer verbrennen lässt. Da der österreichische Künstler erklärter Atomgegner war, bittet sie die Österreicher um Unterstützung. Mit der Petition "Hundertwasser-Kunstwerk nicht zu Atomofen degradieren!“ soll Druck auf Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) erzeugt werden, der den Druck an Osakas Bürgermeister weitergeben soll.

Warum Katsuragi den Umweg über Österreich nimmt? "In Japan gibt es kaum eine öffentliche Debatte, weil die Presse darüber schweigt.“ F


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