Von Stalkern und Bettnässern

Medien | Bericht: Ruth Eisenreich | aus FALTER 36/12 vom 05.09.2012

Der Kurier-Chef zieht gegen den Herausgeber von Österreich vor Gericht - und umgekehrt. Es geht auch um die Bestechlichkeit des Boulevards

Ganz wohl fühlt sich Helmut Brandstätters Anwalt nicht. Gerade erst haben er und sein Mandant Zimmer 1911 des Wiener Handelsgerichts verlassen, in dem der Kurier-Chefredakteur zu einer unvorsichtigen Aussage Stellung nehmen musste; jetzt wollen sie nicht gleich die nächste Klage riskieren.

Also suchen Brandstätter und sein Anwalt bei einem Mineralwasser in der Cafeteria möglichst unverfängliche Formulierungen: "Er verkauft Anzeigen mit Methoden, die in der Branche immer wieder diskutiert werden - so kann man das ausdrücken, oder?“

Er, das ist der Mann, der ihnen diesen morgendlichen Gerichtstermin beschert hat: Wolfgang Fellner, Herausgeber der Tageszeitung Österreich.

Fellner hat Brandstätter auf Unterlassung und 50.000 Euro geklagt, weil dieser bei einer Podiumsdiskussion sagte, dass "Dreck sich nicht verkauft“ und daher verschenkt werden

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