"Wahrscheinlich hat der Rinderwahn doch mehr Opfer gefordert“


Gespräch: Klaus Nüchtern
Feuilleton | aus FALTER 36/12 vom 05.09.2012

In seinem Roman "Verteidigung der Missionarsstellung“ betätigt sich Wolf Haas mehr als Zerebral- denn als Verbalerotiker. Im Gespräch erklärt er, warum es richtig ist, sich nix zu scheißen

Unter den bekanntesten Schriftstellern des Landes ist Wolf Haas gewiss einer der diskretesten. Hat er einen neuen Roman am Start, gibt er bereitwillig die verlangten Interviews, um danach wieder aus den Medien zu verschwinden. Er gibt keine Statements zur Lage der Nation, nimmt an keinen Umfragen teil, behelligt niemand mit der Bekanntgabe seines Lieblingsitalieners.

Dabei hat man durchaus nicht den Eindruck, dass der gebürtige Pinzgauer übermäßig schüchtern wäre oder sich der Öffentlichkeit partout entziehen möchte. Als am vergangenen Donnerstag die heurige Ausgabe der Lesereihe "O-Töne“ mit der Präsentation von Haas’ jüngstem Roman zu Ende ging, lieferte der Autor den über 2000 Zuhörern, die ins Museumsquartier gekommen waren, eine echte Performance: Das Mikro in der Hand, tigerte

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