Die Kuhekrankheit in London und Gevögel im Peking-Restaurant

Feuilleton | aus FALTER 36/12 vom 05.09.2012

Immer, wenn sich Benjamin Lee Baumgartner verliebt, bricht eine Seuche aus. 1988 ist es der Rinderwahn, "die Kuhekrankheit“, wie es die an einer "winzigen Ü-Schwäche“ laborierende Verkäuferin ausdrückt, die dem amourös ambitionierten Benjamin Lee, 23, in London den Beefburger durch das "Beefburgerherausreichfenster“ ausfolgt.

Rinderwahn, Beefburger, die wortwörtlichen bzw. metaphorischen Tätigkeiten des Durch- und Anbratens - man sieht, hier hat sich jemand etwas überlegt. Drei Jahre nach seinem letzten Brenner-Krimi legt Wolf Haas nun einen Roman vor, der sich einiges herausnimmt, dafür aber auch einen guten Grund braucht. Mit anderen Worten: Der Schabernack, den sich der studierte Linguist und nachmalige Werbetexter hier erlaubt, hat System.

Altbekannt daran ist das Spiel mit Fehlleistungen, allen voran Versprechern, Verhörern, falschen Aussprachen und Übersetzungen, die dann aber doch - um es mit einem gern gegeißelten Anglizismus zu sagen - "Sinn machen“ (wenn auch


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