Kinderbuch der Stunde

Wer viel fragt, kommt in den Ohrfeigenkreis

Feuilleton | Isabella Grossmann | aus FALTER 36/12 vom 05.09.2012

Wie man vergisst - das ist die erste und wichtigste Lektion im "Haus“, dessen Bewohner ausschließlich Buben zwischen zehn und 15 Jahren sind. Doch so genau wissen sie über ihr Alter nicht Bescheid, und woher sie kommen, wissen sie schon gar nicht. Vom "Davor“ haben sie nur eine schwache, trügerische Ahnung, ob es nun ein Foto, ein Name oder ein Gegenstand namens Mama ist. Im "Haus“ wird nichts dem Zufall überlassen. Bewacht von den "Cäsaren“ verbringen die Kinder ihre streng reglementierten Tage mit Lernen und Sport, mit Mensch-ärgere-dich-nicht und einem Kampfspiel namens Inch. Absurde Regeln und Rituale wie die penible zeitliche Einteilung der Bissen beim Mittagessen bestimmen den Tagesablauf. Macht sich bei den Buben frustrierte oder aggressive Stimmung bemerkbar, wird ihnen zur Beruhigung immer ein und derselbe Film, "Haus des Glücks“, gezeigt, in dem sie ihr vermeintlich eigenes Schicksal vor dem Eintritt ins "Haus“ vorgeführt bekommen. Wird gegen eine Regel verstoßen


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