Nüchtern betrachtet 

Buddhistisches Bügeln und Bröselkarfiol

Feuilleton | aus FALTER 36/12 vom 05.09.2012

Obwohl ich es nie zugeben würde, wenn ich den Dalai Lama unsympathisch fände, weil das in etwa so prestigeträchtig ist, wie sich als Follower von Michael "The Spin“ Spindelegger zu outen, habe ich echt nichts gegen den Mann. Ich würde ihm freundlich zunicken, wenn ich ihm im Supermarkt am Joghurtregal begegnete (obwohl er mich doch gar nicht kennt), und lüde er mich auf eine Jause ein, würde ich ein Stückchen von der ranzigen Yak-Butter in meinen Tee tun, weil ich weiß, dass das in Tibet so Sitte ist. Dennoch muss ich mich über die weltweite Popularität des Dalai Lama wundern. Was hat der, was andere nicht haben? Auf Wikipedia habe ich gelesen, dass Tendzin Gyatsho, wie er mit bürgerlichem Namen heißt, "Linienhalter der Gelbmützenschule“ ist. Für mich hat das den gleichen Glamfaktor wie Linienbusfahrer oder Orangewestenträger bei der MA 48, aber offenbar ist mir hier was entgangen.

Vor einiger Zeit war der Dalai Lama im Fernsehen, und die Journalisten, die ihn befragen


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