Basics Grundkurs Kochen (168)

Am besten auf die Butterbemme: abgebrat’ne Eierschwämme

Stadtleben | aus FALTER 36/12 vom 05.09.2012

Bevor gleich der Sturm der Entrüstung durch unsere Kombüse saust: Ja, "Butterbemme“ ist sehr deutsch für "Butterbrot“. Martin Luther beschrieb laut Wiki bereits 1525 die "Putterpomme“ als "gute Kindernahrung“. Und die Bemme reimt sich auf Schwämme. Es geht um die Schwammerl, genauer: die Eierschwammerl, welche die Leute jetzt wieder aus den heimischen Wäldern (oder den Supermärkten) holen.

Wer viel davon hat, und besonders classy Frischware, wäre schlecht beraten, sie mit viel Obers zur bamstigen Schwammerlsauce zu verkochen. Schmeckt zwar auch, ist mit Semmelknödeln auch sehr okay, aber. Wir mögen’s diese Woche pur. Dafür werden die Eierschwammerl geputzt. Jetzt bloß nicht unters Wasser halten, sondern einfach mit einem Messer oder trockenen Bürstchen mögliche Waldreste entfernen. Größere Exemplare schneiden wir entzwei.

In einer heißen Pfanne zerlassen wir etwas Butter, geben ein wenig klein gehackte Zwiebel dazu, bis diese glasig ist. Nun kommen die Eierschwammerl hinein, die wir so lange braten, bis sie gar, aber nicht zu weich sind. Bisschen Biss sollten sie behalten, die Schwammerl. Salzen, pfeffern und nur im äußersten Notfall gehackte Kräuter - zum Beispiel Petersilie - dazugeben. Eigentlich sollte nichts den feinen Waldgeschmack überdecken. Nun die Eierschwammerl auf dick mit Butter bestrichene Scheiben Bauernbrot häufen: Auf die Bemme mit dem Zeug! Schimpfen Sie nicht, statt Eierschwammerl hätten wir auch Pfifferlinge schreiben können. cw


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige