Kinder zum Kotzen

Feuilleton | Rezension: Sebastian Fasthuber | aus FALTER 37/12 vom 12.09.2012

Mit dem Roman "Indigo“ legt Clemens J. Setz sein bisher überzeugendstes Werk vor

Lieber Herr Setz, wir hoffen, dass es Ihnen inzwischen bessergeht.“ Mit dem Brief einer besorgten Frau an die Romanfigur Clemens Setz beginnt der Autor Clemens J. Setz seinen neuen Roman "Indigo“.

Was er auf den darauffolgenden 470 Seiten aufführt, gehört zum Gewagtesten und Ambitioniertesten, was die deutschsprachige Gegenwartsliteratur zu bieten hat. Gut, mag der geübte Setz-Leser einwenden: Das hätte man über den vorigen Roman "Die Frequenzen“ (2009) bereits ebenso gut sagen können.

Stimmt, nur hat der Autor sich damals noch überhoben, diesmal hat er sein Material geschickter arrangiert und ausgewählt. Er stemmt es überraschend locker.

Sicher, man hat es hier mit einem umfangreichen und nicht unkomplizierten Roman zu tun, aber nicht in der Art, dass Setz den Leser überfordern wollte. Und wiewohl die Namensgleichheit des Verfassers und eines der Protagonisten des Buches zunächst an postmoderne


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