Buch der Stunde

No Country for Young Men

Feuilleton | Thomas Askan Vierich | aus FALTER 37/12 vom 12.09.2012

Daniel Woodrell gilt als Begründer des sogenannten Country-noir-Genres und ist auch Krimiabstinenzlern ein Begriff, seit sein grimmiger, im White-Trash-Milieu der Crystal-Meth-Küchen in den Ozark Mountains situierter Roman "Winter’s Bone“ (2006) vor zwei Jahren unter dem identischen Titel in die Kinos kam.

Auch in "Der Tod von Sweet Mister“, der im amerikanischen Original bereits 2001 erschienen ist, reizt Woodrell die Grenzen des Krimigenres aus. Der im Titel auftauchende Tod könnte ja auch metaphorisch gemeint sein (aber wir wollen nicht zu viel verraten). Immerhin: Ein Verbrechen, noch dazu ein ziemlich blutiges, gibt es ja doch. Und dass davon nur indirekt erzählt wird, macht die Angelegenheit nur umso grauenvoller. Im Grunde ist "Der Tod von Sweet Mister“ gar kein Roman, sondern eine längere Erzählung oder eine Novelle, wobei das nicht erzählte Verbrechen die Stelle der "unerhörten Begebenheit“ einnimmt.

Das Geschehen wird aus der Sicht des 13-jährigen Shug erzählt,


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