Fußball Glosse

Es war Liebe: Aus Fans werden Beziehungstäter

Stadtleben | aus FALTER 37/12 vom 12.09.2012

Die Auseinandersetzungen zwischen Fans und Spielern haben in Deutschland an Schärfe gewonnen. Nachdem Emanuel Pogatetz von den Fans seines ehemaligen Vereins Hannover 96 übel beschimpft worden war, bezeichnete Hannover-Präsident Martin Kind die betreffenden Anhänger als "Arschlöcher“. Und Kevin Pezzoni vom 1. FC Köln bat um Auflösung seines Vertrags, nachdem er bedroht worden war. Auch in Österreich richtet sich die Wut der Fans nicht mehr länger nur gegen Schiedsrichter, "Bullen“, Funktionäre oder gegnerische Fans - sondern auch gegen die eigenen Spieler. Vielleicht ist es mit der Liebe des Fans zu seinem Verein wie mit der Liebe zwischen Mann und Frau - auch die kann irgendwann in blinden Hass umschlagen. Der Unterschied ist: Eine Frau oder einen Mann kann man verlassen, einen Verein nicht wirklich. Das macht die Situation für die enttäuschten Fans noch schwieriger als für herkömmliche Beziehungstäter. Mein Vorschlag: Paartherapie statt Stadionverbot.

Wolfgang Kralicek über die neuen Feindschaften in den Stadien


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