Musiktheater  Kritiken

Ulisse nach dem Krieg in stimmiger Umsetzung

Lexikon | aus FALTER 37/12 vom 12.09.2012

Moderne, trostlose Bühnenbilder und Kostüme, die Götter tragen Masken, die nur Minerva manchmal abnimmt. Claus Guth und sein Team beschäftigten sich in "Il ritorno d’Ulisse in patria“ mit Kriegstraumata. Der heimkehrende Soldat wird zum Rambo, wenn er die Freier Penelopes mit einer Pistole abknallt, seine Frau wurde melancholisch und erkennt den jahrelang abwesenden Ulisse nicht mehr. Text und Partitur mäandern im zweiten Teil ausufernd. Nach der gelungenen Wiedervereinigung sind beide nicht wirklich glücklich. Christophe Rousset begleitet die hervorragende Sängerriege intensiv und notengetreu, ohne irgendwas aufzumotzen. Das ist das Gegenteil von "langweilig“, sondern ein neues Kapitel der Aufführungsgeschichte von Claudio Monteverdis singulärem "Dramma in musica“. Wer Ohren hat, der höre. Ansehen! HR

Theater an der Wien, Sa, Mo (letztmals) 19.00


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige