Wir Wachhunde und Straßenköter


Essay: Florian Klenk
Prinzipielles | aus FALTER 38/12 vom 19.09.2012

Medien & Justiz Der Falter berichtet aus vertraulichen Akten. Das ist gefährlich und wichtig zugleich. Grundsätzliche Gedanken über die Rolle der Medien in heiklen Strafprozessen

Gerichtsverfahren sind öffentlich. Öffentlichkeit ist ein Grundrecht, erkämpft in blutigen Revolutionen, festgeschrieben in der Verfassung. Der Angeklagte sollte vor Kabinettsjustiz geschützt werden, der Richter vor Zudringlichkeiten der Herrscher. Ohne Öffentlichkeit wird Gerechtigkeit nicht sichtbar. Wo die Justiz im Geheimen urteilt, herrscht Tyrannei.

So weit die schöne Theorie. Der Journalist, besagt sie, ist in Wahrheit keine "vierte Macht“, er verkörpert schon gar keine "Gewalt“. Er ist bloß der kritische Beobachter im Staat.

Was wohl Jörg Kachelmann dazu sagen würde, der Wettermoderator, dessen Intimleben im Gerichtssaal vor aller Welt ausgebreitet wurde? Er erwirkte erst kürzlich ein erstaunliches Urteil. Das Oberlandesgericht (OLG) Köln hat der medialen Berichterstattung über sein Privatleben

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