Bloß nicht zu wenig von der guten Arroganz!

Prinzipielles | Selbstbefragung: Klaus Nüchtern | aus FALTER 38/12 vom 19.09.2012

Weg damit? Was machen wir eigentlich, wenn wir ein Falter-Feuilleton machen? Und was ist das überhaupt: Feuilleton?

Die längste Zeit hatte der Falter bloß einen Kulturteil, seit vier Jahren hat er ein "Feuilleton“. Im Wesentlichen handelte es sich dabei um eine Änderung des Produktnamens - so wie der von Mars Inc. hergestellte Schokoriegel Twix in den 1970er-Jahren auf dem europäischen Markt unter dem Namen Raider eingeführt wurde, ehe sich 15 Jahre später auch dort der Originalname Twix durchsetzte.

Den Unterschied zwischen Raider und Twix können wohl nur Menschen Klavier spielen, die als Marketingfachleute posieren. Den Unterschied zwischen Feuilleton und Kulturteil erfasst jeder durchschnittliche Zeitungsleser instinktiv: Feuilleton ist irgendwie edler und auch umfassender. Spätestens seitdem die FAZ ebendort den Code des menschlichen Genoms abdruckte, weiß man, dass das Feuilleton nun auch für dieses und nicht mehr bloß für Theaterkritiken, Buchrezensionen und die 27. Aufführung


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige