Anonymes Netz? Eine Debatte im FALTER

Prinzipielles | aus FALTER 38/12 vom 19.09.2012

Wie reagiert man auf untergriffige oder gar verleumderische Kommentare im Netz? Bis zu welchem Grad soll man die Privatheit im Internet schützen, wenn Menschen diese gleichzeitig für illegale Zwecke nützen? Auch im Falter ist dies ein großes Streitthema, das in den vergangenen Jahren etliche Artikel, Coverstorys und Kommentare behandelten.

Für heftige Debatten im Netz sorgte etwa der Leitartikel von Armin Thurnher in Falter 51/08, in dem er schrieb: "Die Digitalisierung hat alles beschleunigt und verflüssigt, nicht zuletzt auch das Ressentiment. Die Nutzer des Internet, die sogenannten Communitys, betrachten Meinungsfreiheit als eine Art Funktion des technischen Fortschritts, ungefähr nach dem Motto, mehr Netz bedeutet mehr Freiheit. Warum der Verlag ein Buch nicht einfach ins Netz stelle, fragte bei der Präsentation des Medienlexikons von Harald Fidler ein Gast in der Debatte. Die Antwort wollte er nicht verstehen: weil die Produktionskosten nie mehr zu verdienen sind, weil Netznutzer es als ihr Recht betrachten, nichts zu bezahlen.

Sie bezahlen natürlich nicht nichts, sie bezahlen für ihre Geräte, für ihre Software, für Strom und Folgekosten, für die Provider und Handybetreiber sowieso, und trotzdem haben sie das Gefühl, es sei alles gratis. So beginnen alle Blasen: mit einem trügerischen Gefühl. Es ist ja auch das Autofahren gratis, das Wasser und der Strom, der aus der Steckdose kommt, bis er abgedreht wird.“


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