Nachrichten aus dem Inneren

aus FALTER 38/12 vom 19.09.2012

Die Redaktion erklärt sich selbst

Feste soll man bekanntlich feiern, wie sie fallen. Man muss sie (und sich) aber auch fallen lassen können. Gerade in dieser Hinsicht ist der Falter freilich von einer gewissen Unverlässlichkeit. Anlässlich des 13. Geburtstags haben wir in der Krieau noch einen draufgemacht, zum 20er ebendort ebenfalls, aber den 23. und 33. Geburtstag haben wird dann doch sang- und klanglos vorbeiziehen lassen. Immerhin: Ein Vierteljahrhundert war uns ein dreitägiges Festival im Gartenbaukino wert - mit Showblock, Tanzschaffe und einem eigenen Filmprogramm.

Auch der 30er wurde mit einer T-Shirt-Edition und einer Doppel-CD, die beide unter dem Motto Gut - Böse - Jenseits standen, in Ottakring mit vielen Hektolitern kohlensäurehaltigen Stimmungsgetränks begangen. Jetzt also der pararunde 35er. Was es da schon wieder zu feiern gibt? Eh nix. Im Einklang mit der hegemonialen Austeritätsmentalität befand die Kommandozentrale des Falter, dass es für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter feierlich genug sei, fürs gleiche Geld etwas mehr zu arbeiten und ein fettes Jubiläumsheft zu kompilieren. Zu diesem Behufe wuchtete Mesut Dasdemir hunderte staubiger, stockfleckiger und stinkender Falter-Ausgaben aus dem Archiv in die Redaktion, wo die Ranger und Rover angesichts der erinnerungsschwangeren Fülle des Materials Anfälle von retrograder Nostalgie erlitten und die Wichtel und Wölflinge aus dem fassungslosen Gekicher ob solch bizarr oldschooliger Abgefahrenheit nicht mehr herauskamen. Höchste Zeit für ein paar Stimmungsgetränke!

KLAUS NÜCHTERN


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