Kolumne  Außenpolitik

Die arabische Welt nach dem Frühling und das Hassvideo

Meinung | Raimund Löw | aus FALTER 38/12 vom 19.09.2012

Gesehen hat den Film "Unschuld der Moslems“ eigentlich niemand. 14 Minuten sind im Internet als Clip verfügbar. Plumpe Szenen, in denen ein dümmlicher Kinderschänder auftritt, mit dem der Religionsgründer Mohammed gemeint ist. Eine eindeutige Provokation. Abgrundtief schlecht gemacht, aber ganz so, als ob jemand gezielt wütende Reaktionen beleidigter Gläubiger hervorrufen wollte.

Für Produktion und Verbreitung sorgte ein Netzwerk amerikanischer Islamhasser. Ein aus Ägypten stammender koptischer Tankstellenbesitzer, der es aus dem sicheren Südkalifornien seinen ehemaligen Mitbürgern offensichtlich ordentlich reinsagen will, scheint die Hauptfigur zu sein.

Mit den koptischen Extremisten verbündet hat sich der fundamentalistische Prediger Terry Jones aus Florida, der vor Jahren mit Koranverbrennungen Schlagzeilen machte.

Anfang September ging das Video in arabischer Übersetzung online. Wenige Tage später wurde es auf einem ägyptischen Religionssender als Beispiel für Islamophobie


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