Du sollst nicht polemisieren!

Politik | Widerrede: Sibylle Hamann | aus FALTER 38/12 vom 19.09.2012

In der Fortpflanzungsmedizin den rechten Weg zu finden, ist schwierig. Franz-Joseph Huainigg hat sich verrannt

Die österreichische Gesetzeslage zur Fortpflanzungsmedizin ist hoffnungslos veraltet. Die Bioethikkommission, eine Runde von 25 Wissenschaftlern und Wissenschaftlerinnen aus Medizin, Genetik, Jus, Philosophie und Theologie, ist eine Erfindung von Wolfgang Schüssel, um den Kanzler zu beraten und hier Änderungsvorschläge zu machen. Jahrelang hat sie, unter dem Vorsitz von Christiane Druml, behutsam durch heikles Terrain navigiert und hat es sich nicht leicht gemacht (vgl. Falter 19 und 37).

Noch ehe ihr Bericht auf dem Tisch liegt, wird sie von Franz-Joseph Huainigg, Behindertensprecher der ÖVP, frontal attackiert: Die Kommission habe "sich verrannt“, schrieb er hier letzte Woche, sie erteile "nahezu jeder ethisch umstrittenen Praxis einen Persilschein“. Das ist nicht fair. Versuchen wir, das Knäuel aus Vorwürfen zu entwirren.

Niemand darf aufgrund einer Behinderung benachteiligt


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