Die Hand im Feuer

Politik | Porträt: Florian Klenk | aus FALTER 38/12 vom 19.09.2012

Ein Flüchtling verliert bei einem Brand in der Wiener Schubhaft seine Hand. Nun gönnt ihm die Republik nicht einmal eine anständige Prothese

Fetih Mazouzi hatte in Algerien vom Paradies geträumt. Er wollte als Schweißer in Europa Geld für seine Familie verdienen. Feuer zu zähmen, um Metall zu verbinden, war sein Beruf. Heute kann er keine Flamme mehr sehen, auf Hitze reagiert sein Körper mit Schmerzen. Ein Feuer hätte den Burschen beinahe umgebracht - und zwar, als er in staatlicher Obhut lebte.

Das war 2007. Die Zeitungen berichteten über den Skandal im Wiener Polizeigefangenenhaus nur in einer Randspalte. Fetih Mazouzi schämt sich noch immer, wenn er den Stumpf, der aus dem linken Hemdsärmel ragt, im Spiegel anschaut. Seine Mutter in Algerien weiß noch nicht, dass ihr Sohn die Hand verloren hat. "Früher“, sagt Fetih Mazouzi, "war ich ein schöner Mann.“ Er träumte von Kindern und Familie. Heute salbt eine Pflegerin den vernarbten Körper. Wäre dieses Leid zu verhindern


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige