Wieder gelesen  Bücher, entstaubt

Von der Marter zum Gefängnis

Politik | aus FALTER 38/12 vom 19.09.2012

Ist die Haft die sinnvollste Art des Strafens? Wie repressiv müssen, wie human dürfen Gefängnisse sein? Diese Diskussionen (siehe Seite 10) sind nicht neu. Sie wurden 1975 geführt, als der französische Theoretiker Michel Foucault sich mit dem Thema befasste - und sie wurden, wie Foucault zeigt, mit ganz ähnlichen Argumenten schon Anfang des 19. Jahrhunderts geführt.

In "Überwachen und Strafen“ zeichnet Foucault die Geschichte des Strafens nach: von der Marter des 18. Jahrhunderts, als man Verbrecher unter dem Jubel des Volks mit siedendem Öl übergoss und vierteilte, über die Disziplinarmethoden, die im 19. Jahrhundert auch in anderen totalen Institutionen wie Schulen und Krankenhäusern angewendet wurden, bis ins Frankreich der 1970er-Jahre. Ruth Eisenreich

Michel Foucault: Überwachen und Strafen. Die Geburt des Gefängnisses. Aus dem Franz. von Walter Seitter. Suhrkamp, 408 S., € 12,40


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