Aus einem toten Haus

Feuilleton | aus FALTER 38/12 vom 19.09.2012

Die Wiener Staatsoper setzt ihren Tiefschlaf fort. Die jüngste Oper auf dem Spielpan wurde 1942 uraufgeführt. Ist da noch jemand?

DIAGNOSE: SVEN HARTBERGER

RECHERCHE: HANNAH TSCHINDER

illustration: P.M. HOFFMANN

Wahrscheinlich ist Lothar Knessls Darstellung nur in höherem Sinne wahr, im Übrigen aber frei erfunden: Jedes Mal, wenn er in seinen Computer den Namen von Österreichs wichtigstem Neue-Musik-Festival eingebe, so erzählt der Doyen der österreichischen Musikschriftsteller, werde er von dem geistreichen Gerät darauf hingewiesen, dass die Wortfolge "Wien Modern“ keinen erkennbaren Sinn ergebe und dass es richtigerweise wohl nur "Wien modert“ heißen könne.

Dafür, wie Recht Knessl (oder sein Computer) hat, legen die Spielpläne der drei großen Wiener Opernhäuser, mit deren Exekution pünktlich im September begonnen wurde, ein eindrucksvolles Zeugnis ab. In der laufenden Saison wird auf keiner Bühne der drei Häuser ein Werk eines lebenden Komponisten zu hören sein. An diesen

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