Revolte auf allen vieren

Feuilleton | Rundgang: Matthias Dusini | aus FALTER 38/12 vom 19.09.2012

Gegenproduktion und Körperprotest: Die Generali Foundation und die Albertina zeigen Möglichkeiten künstlerischen Widerstands

Zwei Ausstellungen greifen in Wien den widerständigen Schwung der Sixties auf. Dabei geht es nicht um Straßenschlachten, sondern um stille Verweigerung, um Subversion. "Counter-Production“ in der Generali Foundation beschäftigt sich mit dem Begriff der "Gegenproduktion“, der von der Neuen Linken geprägt wurde. Wie kann sich Kunst der kulturindustriellen Verwertung entziehen, die sogar Kritik zur Ware macht?

Die Ausstellung "Körper als Protest“ in der Albertina zeigt am Beispiel der Fotografie, wie Künstler sich "herrschenden gesellschaftlichen Normen und Idealen“ widersetzen. Bilder muskulöser und erotischer Körper beherrschen die Bildsprache der Werbung; die Kunst unterläuft den "Fetisch Körper“, wie es im kritischen Jargon hieß.

Der deutsche Künstler Josef Strau bekennt sich seit den späten 1980er-Jahren zum Ethos der Verweigerung, ging damals


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