Buch der Stunde

Ein Mittel gegen allgemeine Verunsicherung

Feuilleton | aus FALTER 38/12 vom 19.09.2012

Dass Schikaneder der "Mann für Mozart“ war, wie das im Untertitel ihres Buches behauptet wird, hat die Autorin wohl etwas zu wörtlich genommen: Eva Gesine Baur schließt das Leben des Johann Joseph Schickeneder alias Emanuel Schikaneder von dessen Geburt an mit jenem Mozarts kurz und rutscht so auf eine teleologische Interpretationsspur. Von dieser konzeptionellen Unschärfe abgesehen erzählt Baur Schikaneders Biografie aber auf Grundlage einer fundierten Recherche - und so, als wär’s ein Roman. Klug angelegte Spannungsbögen verschränken sich mit einer schön gestalteten Sprache im schnittigen Präsensstil.

Der in ärmlichen Verhältnissen aufgewachsene Schikaneder lernt am Jesuitengymnasium in Regensburg singen und musizieren, Dinge, die ihn faszinieren: "Bezaubern ist ein Handwerk, und er ist entschlossen, es gründlich zu erlernen.“ Als Leiter einer wandernden Theatertruppe tourt er durch Süddeutschland. Der bayrische Lakaiensohn sei, so erklärt Baur, von gleichem Schrot


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