Prost!  Lexikon der Getränke. Diese Woche: Kokoswasser

Über die Sehnsucht nach Exotik aus dem Kühlregal

Stadtleben | aus FALTER 38/12 vom 19.09.2012

Nun ist das Trendgetränk Kokoswasser in die so handlichen Viertelliter-Einweg-PET-Formate des Vorarlberger Traditionsunternehmens Rauch gelangt. Man muss schon ein wenig nachfragen, um des Fläschchens habhaft zu werden - Kühlregale abklappern! Dieser Saft ist einfach umwerfend: pur, pasteurisiert, nicht aus Konzentrat, praktisch fettfrei, fruchtig, leicht süß, enthält jede Menge Antioxidantien und Spurenelemente.

Fernreisende wird das kaum beeindrucken, ist doch Kokoswasser, gewonnen aus der grünen, jungen Kokosnuss, in etwa das, was in der Wachau der Traubensaft oder im Mostviertel der Apfelsaft ist - allgegenwärtig. Verwechselt sollte es nicht werden mit der Kokosmilch, die aus dem weißen Kokosfleisch gepresst wird und in der asiatischen Küche in Currys und Suppen zum Einsatz kommt.

Nun wird man natürlich ein bisschen skeptisch, wenn sich auf dem Etikett gar keine Spur (außer "pur“) zur Herkunft der Nüsse findet. So zählen zum Beispiel Indonesien, die Philippinen und Indien weltweit zu den größten Kokosproduzenten. Indonesien hat die größten Regenwaldgebiete.

Zählen wir also zusammen: Kokospalmenmonokulturen, die die natürliche Vielfalt der Regenwälder - gelinde gesagt - begrenzen! Wenn unsere Temperaturen weiter steigen, werden irgendwann Kokospalmen in unseren Breitengraden wachsen. Dann brauchen unsere Nachfahren gar keine Last-Minute-Fernreisen mehr zu buchen, um an der frischen Kokosnuss mit Strohhalm zu saugen. MS


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige