Genosse Nummer zwei

Politik | Dorfbesuch: Nina Horaczek | aus FALTER 39/12 vom 26.09.2012

Otto Pendl schützt den Kanzler vor dem U-Ausschuss. Dabei ist doch das kleine Trumau seine Welt

Otto Pendl hat das Schulhaus sanieren lassen und die Kirche, er hat Kindergärten und einen Hort gebaut, Genossenschaftswohnungen, eine neue Feuerwehrstation und ein Sportzentrum. Der SPÖ-Politiker schuf für die Kleinsten der 3500-Einwohner-Gemeinde eine Krabbelstube und für die Ältesten ein Sozialzentrum mit Pflegestation. Sogar das Dorfwirtshaus hat er errichten lassen.

Jetzt sitzt Pendl in seinem schwarzen Ledersessel im Bürgermeisterzimmer des Gemeindeamts Trumau und schaut ins "Kastl“, wie er den Computer nennt. Bei jedem Blick hebt es seinen voluminösen Körper vor Ärger aus dem Ledersessel. Denn jedes Mal sieht er, wie sein Posteingang vor bösen Mails übergeht. Er renne seit 45 Jahren für "d’Leit“, sagt Pendl, und müsse sich nun anhören, dass er die Demokratie zerstöre.

"D’Leit“ schicken ihre Mails nicht an den Bürgermeister Pendl, der sein Büro in der Gemeindestube


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