Miethai und Menschenfreund

Politik | aus FALTER 39/12 vom 26.09.2012

In der jüdischen Gemeinde gilt Avner Motaev als Wohltäter. Seine Mieter und die Stadt Wien kritisieren ihn als brutalen Spekulanten

Bericht: David Donnerer Solmaz Khorsand

Avner Motaev ist ein gottesfürchtiger Mann. Dreimal am Tag trifft man den 40-jährigen Familienvater in einer Synagoge im 20. Bezirk an. Hilfsbereit soll er sein, großzügig und die Ruhe in Person, ein Vorbild für die Jugendlichen, berichten Freunde und Bekannte. Unter Wiens bucharischen Juden gilt der gebürtige Tadschike fast schon als Heiliger. An jüdischen Feiertagen spendet er koscheres Essen an bedürftige Familien oder lässt schon einmal einen Rabbiner für Vorträge aus Israel einfliegen.

Außerhalb der Gemeinde kennt man den schlanken Mann mit dem gepflegten Vollbart nicht wegen seiner Wohltaten. Der umtriebige Geschäftsmann gilt im Rathaus als schwarzes Schaf in der Immobilienbranche. Gleich zwei seiner Zinshäuser sorgten in den vergangenen Wochen für Schlagzeilen.

Anfang September gab es einen Großbrand


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