Mediaforschung  Verführungskolumne

Sind alle Techniker Pessimisten, Herr Hochleitner?

Medien | aus FALTER 39/12 vom 26.09.2012

Es ist unmöglich. Wozu versuchen? Das wird nie etwas. Zweifel sind die konstanten Begleiter jedes Pessimisten. Sie blockieren jedes Projekt, stellen jede Beziehung infrage und sabotieren unser Greifen nach den Sternen. Selbst Genies fallen ihnen zum Opfer.

Das beweist die Imagekampagne des Technischen Museums. Die Plakate zeigen Zitate berühmter Wissenschaftler und Unternehmer, die nicht unbedingt visionär klingen. So soll der Nobelpreisträger Albert Einstein 1932 gesagt haben: "Es gibt nicht das geringste Anzeichen, dass wir jemals Atomenergie entwickeln können.“ Thomas Watson, Vorstandsvorsitzender von IBM, war 1943 überzeugt davon, dass die weltweite Nachfrage nach Computern fünf Geräte nicht überschreiten würde, und Charles H. Duell, Beauftragter des US-Patentamts, war schon 1899 der Meinung, dass alles, was man erfinden kann, schon erfunden worden sei. Ausgerechnet jene Männer, von denen wir erwarten, dass sie an das Unmögliche nicht nur glauben, sondern es schaffen, waren offenbar die größten Schwarzseher.

Solche Fehleinschätzungen haben Edmund Hochleitner von der Werbeagentur Wien Nord zu der Kampagne für das Technische Museum inspiriert. "Obwohl diese Männer die intelligentesten Köpfe ihrer Zeit waren, konnten sie nicht voraussehen, dass sich die Technik so rasant entwickeln würde“, sagt Hochleitner. Ihre Zweifel waren früher oder später überholt. Aus Pessimisten wurden Pioniere. Und was gestern noch unmöglich erschien, steht heute schon im Museum.

Solmaz Khorsand


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