Was will dieser Mann vor der Damentoilette?!

Feuilleton | Filmkritik: Joachim Schätz | aus FALTER 39/12 vom 26.09.2012

Michael Palms Essay-Film "Low Definition Control“ zeigt die wachsende Paranoia eines kamerakontrollierten Alltags

Unter verschärfter Beobachtung stehen dieser Tage nicht nur sonnenbadende Herzoginnen und verbal entgleisende Präsidentschaftskandidaten. Es reicht schon, länger als ein Zugintervall auf dem Bahnsteig einer U-Bahn-Station zu verweilen. Unzählige Überwachungskameras im Stadtraum sollen nicht nur bereits geschehene Übergriffe klären helfen, sondern auch verdächtiges Verhalten aussortieren, noch bevor etwas passiert ist. So wie die Promis werden auch wir Stadtbenutzer und -benutzerinnen vom Wissen um diesen Kamerablick geformt.

Diese Kultur der Kontrolle untersucht Michael Palm in seinem Essayfilm "Low Definition Control“. Palm, Cutter und Sounddesigner, Theorielehrender an der Wiener Filmakademie und ehemaliger Falter-Filmkritiker, tut das auf eine Weise, die Überwachungsbilder zur Kinoerfahrung in Beziehung setzt.

Statt matschigen CCTV-Archivmaterials mit eingeblendetem


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige