Barock mit Turboprop

Feuilleton | Porträt: Miriam Damev | aus FALTER 39/12 vom 26.09.2012

Die deutsche Sängerin Simone Kermes inszeniert sich als Klassik-Rampensau und wählt ihre Projekte dennoch höchst gewissenhaft aus

Dunkle Röhrenjeans, irre hohe Heels, fetziges Shirt. So wie Simone Kermes zum Interview am Flughafen Schwechat erscheint, denkt man eher an einen Popstar als an eine Sängerin aus dem klassischen Fach. Am rechten Ringfinger trägt sie einen fetten goldenen Totenkopfring. "Der ist von Alexander McQueen. Er wollte, dass ich bei seiner letzten Show in Paris singe. Dann hat er sich umgebracht. Beim Konzert gestern habe ich übrigens einen Stoff von ihm angehabt.“

Gestern, das war bei den Haydn-Festspielen in Eisenstadt, wo Simone Kermes ein Programm mit Duetten hätte singen sollen, als sie aufgrund einer plötzlichen Erkrankung ihrer Gesangspartnerin im letzten Augenblick umdisponieren musste. "Manchmal musste eben den Arsch zusammenkneifen“, merkt sie in breitem Sächsisch an.

Die Kermes steht auf Rammstein und die isländische Band Sigur Rós. "Ich war total


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