"Eine der wenigen neuen Opern, die eher auf der lustigeren Seite stehen“

Feuilleton | aus FALTER 39/12 vom 26.09.2012

:: Der Wiener Dirigent Walter Kobéra, 56, leitet seit mehr als 20 Jahren die Neue Oper Wien. Wiens dienstälteste freie Musiktheatergruppe spielt ausschließlich Werke des 20. und 21. Jahrhunderts; unter anderem realisierte sie die österreichischen Erstaufführungen von Benjamin Brittens "Billy Budd“ (1996) und Helmut Lachenmanns "Das Mädchen mit den Schwefelhölzern“ (2003). Der Falter sprach mit Kobéra über Ligetis "Le Grand Macabre“, den die Neue Oper Wien in einer Inszenierung von Carlos Wagner im Museumsquartier auf die Bühne bringt.

Falter: Was ist "Le Grand Macabre“ für ein Stück? Ist es eine Schmierenkomödie oder ist es ernster, als es scheint?

Walter Kobéra: Für mich ist es eine Farce, in entfernter Verwandtschaft zur Opera buffa. Es geht karikierend mit einem an sich ernsten Thema um. Auch in Alfred Jarrys verstörend absurdem Stück "König Ubu“ findet sich viel Sozialkritik. Ligeti hat den Librettisten Michael Meschke angestiftet, das Theaterstück von Ghelderode

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