Ins Mark  Der Kommentar zur steirischen Woche

Super-GAU!

steiermark | aus FALTER 39/12 vom 26.09.2012

Worüber Graz spricht: Die SP-Graz tappt von einem Fettnäpfchen in die nächste Krise. Und das so kurz vor der Wahl am 25. November. "Schlimmer geht’s nimmer ...“, so die Steirerkrone vergangenen Freitag.

Tatsächlich spricht Graz nicht besonders viel über die rote Stadträtin, trotzdem schießt die Krone aus vollen Rohren: "SP-Chefin Martina Schröck droht jetzt der politische Super-GAU!“ (Freitag), "Absurder und verlogener geht es kaum!“ (Dienstag). Samstag wird nachgelegt: "Schröck, so scheint’s, ist heillos überfordert!“

Die anderen Medien haben offenbar von den zigfachen Super-GAUs nichts mitgekriegt - es gibt sie nämlich nicht. Unter den unterschiedlichsten Vorwürfen, die innerhalb weniger Tage erhoben wurden, sind kritikwürdige Punkte, sie stehen jedoch in keiner Relation zu Aufregung und Wortwahl des Blattes.

Dass die Krone wieder einmal jemanden abschießen will, überrascht nicht. Eines der prominentesten Beispiele ist die Kampagne gegen SP-Landeshauptmann Franz Voves vor der Landtagswahl 2010, die dieser dennoch gewann. Zwischendurch delektierte man sich daran, die grüne Vizebürgermeisterin Lisa Rücker, die wegen ihrer nichtautofixierten Politik erbitterte Feinde hat, abzuwatschen.

Die Details erstaunen aber doch immer wieder. So wurde letzte Woche berichtet, was "viele SPler“ angeblich "aufregt: ein Urlaubstrip Schröcks nach Bilbao“. Während ihre Mitarbeiter wegen des vorverlegten Wahltermins rotierten, "ließe sich Schröck, so grantige SPler, die Sonne auf den Bauch scheinen“. Nachfragen ergaben: Schröck war mit dem Sozialdemokratischen Gemeindevertreterverband auf Bildungsreise. Für zwei Nächte. F


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