Phettbergs Predigtdienst

Wenn das Parlament sich was anschafft

Kolumnen | aus FALTER 39/12 vom 26.09.2012

Die Vorsitzende des Untersuchungsausschusses, Gabriela Moser, ist zurückgetreten, damit der Ausschuss weitergehen kann. Jetzt warten alle gespannt, wie die Parteien nun den Ausschuss abdrehen werden. Ö1-Journale hör ich wieder wie Krimis. In die geraden Worte von Frau Moser bin ich geradezu verliebt! Stimmen, die Originale haben, erkennst du nach dem ersten Mal Hören jedes Mal gleich wieder. Frau Moser hat so eine Stimme! Du willst nicht aufhören, Gabriela Moser zuzuhören.

Immer weniger sehnt es mich fernzusehen, Typen in verwegenen Bluejeans werden eh nimmer hergezeigt. Jetzt ist meine Lieblingsbeschäftigung: DAS SCHLAFEN.

Ganz erschrocken bin ich, dass die SPÖ ihre Werbung für ein österreichisches Militär einleitet, in dem nur Profis richtig Militär zu spielen vermögen. Es wird ein katastrophales Ergebnis der Volksbefragung pro oder contra Präsenzdienst werden und gegen den Präsenzdienst ausgehen! Ich hätte nie zu prophezeien gewagt, dass ich einmal der Einzige bin, der für einen Präsenzdienst sein würde.

Der Untersuchungsausschuss wurde heute de facto abgedreht. Das Geheimnis heißt Fristsetzung. Wenn das Parlament sich was anschafft, geht danach gar nix mehr. Ich werde sehr wohl Grün wählen bei der nächsten Wahl und sehr wohl parallel für ein Militär mit Präsenz- und Zivildienst!

Großartig find ich die Twitter-Solidarität gegen den Skandal, dass die Koalition den Untersuchungsausschuss abdreht. Schön langsam werd ich ein Fan der Twittertechnik als fünfte Demokratieebene!

Am 30.9.2012 findet im Ernst-Arnold-Park gegenüber der Rosa Lila Villa (6., Linke Wienzeile 102, 14 bis 21.30 Uhr) ein Straßenfest statt, im "Garten der Lüste“ werde ich Teil einer Bondage-Performance sein. Angeblich soll heute in der Kronen Zeitung Aufregung darüber herrschen, dass ich da mitmache. Jedenfalls rief die Tageszeitung Österreich am Abend an, ob ich dies freiwillig mache. Hier nun zum Austwittern: Voll Freude und Solidarität bin ich am 30.9.2012 beim LBGTIQ-Straßenfest dabei! Was 1990 mit meiner Verfügungspermanenz im Wuk begann, wird vielleicht doch einmal in eine Hochschule für "Pornografie und Prostitution“ münden? Bis jetzt rede nur ich davon. F

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