Der Nachtportier

Durstlöscher | Sahel Zarinfard | aus FALTER 40/12 vom 03.10.2012

Blutunterlaufene Augen, schlaffe Tränensäcke und ständiges Gähnen: Das kennt der 23-jährige Student Tobias Stockinger nicht. Zumindest nicht bei sich selbst. Obwohl er als Nachtportier in einem Hotel arbeitet.

Wenn der Lärm der Straßen nachlässt und die Großstadtmenschen in ihren Betten schlummern, steht Tobias Stockinger auf, bügelt sein schwarzes Hemd, stutzt seinen Vollbart, zieht sich seine schwarze Hose an und schnürt seine schwarzen Lederschuhe. "Zum Glück herrscht keine Krawattenpflicht“, sagt der großgewachsene, 23-jährige Niederösterreicher, der an der Universität für Bodenkultur in Wien Umwelt- und Bio-Ressourcenmanagement im siebten Semester studiert.

Um sich seinen Lebensunterhalt zu finanzieren, arbeitet Tobias als geringfügig Beschäftigter im The Art Hotel Vienna im fünften Bezirk als Nachtportier. Seit drei Jahren sitzt er vier Nächte im Monat von 23 bis 7 Uhr an der Rezeption. "Die eigentliche Arbeitszeit lässt sich auf drei Stunden reduzieren“, sagt


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