Die Schlafwache

Georg Eckelsberger | Durstlöscher | aus FALTER 40/12 vom 03.10.2012

Jusstudentin Andrea Walch, 33, wacht nachts über den Schlaf von Jugendlichen, die in der Notschlafstelle away am Wiener Westbahnhof Unterschlupf suchen. Zum Lernen kommt sie dabei kaum.

Wenn die Züge über die nahen Gleise rattern, wackeln in der Notschlafstelle away die Wände. In der Felberstraße, direkt an den Bahnsteigen des Wiener Westbahnhofs, ist die Caritas-Einrichtung untergebracht, die Jugendlichen von 14 bis 18 Jahren einen Unterschlupf bietet. Es ist halb acht Uhr abends, für Andrea beginnt gerade der Nachtdienst. Seit sieben Jahren arbeitet die 33-jährige Jusstudentin hier, damals gründet eine Gruppe von Sozialarbeitern die Notschlafstelle. Zehn Betten stellen sie hier Nacht für Nacht Jugendlichen zur Verfügung. "Die Kette hänge ich eigentlich immer vor”, sagt Andrea und lässt die Sicherheitskette an der Glastür einschnappen. Die "Schleuse“ nennen die Mitarbeiter den kleinen Vorraum, durch den Neuankömmlinge die Einrichtung betreten. Hier müssen sie sämtliche

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