Obdachlosigkeit

Durstlöscher | aus FALTER 40/12 vom 03.10.2012

Nach Definition der Bundesarbeitsgesellschaft Wohnungslosenhilfe (BAWO) gilt als obdachlos, wer auf der Straße oder in Notunterkünften lebt. Genaue Zahlen, wie viele Menschen das hierzulande sind, gibt es aber nicht - dieser Umstand ist ein häufiger Kritikpunkt an der Situation in Österreich. Es gibt lediglich Anhaltspunkte: 2006 zählte die BAWO über 37.000 Menschen, die Hilfsangebote wie ambulante Versorgung oder Notschlafstellen in Anspruch nahmen - nicht alle davon sind obdachlos, viele dürften doppelt gezählt worden sein. Wer obdachlos wird, zeigt die Statistik aber deutlich: Meist sind es Männer im mittleren Alter, die auf der Straße landen. Obdachlose Jugendliche sind in Österreich die Minderheit.

Trotzdem, oder gerade deswegen, haben Sozialarbeiter mit away diese Nische besetzt: Minderjährigen sollte ein Rückzugsort abseits der bestehenden, oft überlaufenen Notquartiere für Erwachsene bekommen. Zehn Betten und zwei Notbetten stehen seit 2005 zur Verfügung. Drogenabhängigkeit ist ausdrücklich kein Ausschlussgrund ein Bett zu bekommen - im Quartier herrscht allerdings Nulltoleranz, was Konsum angeht. In jedem der zwei Schlafräume gibt es einen Platz für ein mitgebrachtes Haustier. Nach fünf Nächten ist allerdings in der Regel Schluss: Bis dahin soll zum Beispiel ein Platz in einer betreuten WG gefunden werden. Wenn es länger dauert, dürfen die Jugendlichen aber bis zu 28 Tagen bleiben.


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